Adrian Zingg, Anton Graff und die Sächsische Schweiz

Adrian Zingg, Der Kuhstall in der Sächsischen Schweiz, 1786

Zu den Dresdner Schaffensjahren des am 15. April 1734 in St. Gallen (Schweiz) geborenen Landschafts- zeichners, Radierers und Kupferstechers Adrian Zingg schrieb der sächsische Heimatforscher und Mitbegründer des Vereins für die Dresdner Geschichte Karl Adolf Hantzsch (1841-1920) in "Hervorragende Persönlichkeiten in Dresden und ihre Wohnungen" (1918) wie folgt:

"Obgleich Schweizer von Geburt, kann man diesen Meister im Zeichnen und Kupferstechen doch gewissermaßen als Sachsen bezeichnen, da von seinen 82 Lebensjahren fünfzig auf seinen Aufenthalt in Dresden entfallen" Und weiter: "Zinggs Bilder bringen Darstellungen von Dresden und von vielen sächsischen Städten, Landschaften des Weißeritztales, des Erz- und des Lausitzer Gebirges, Nordböhmens, vor allem aber der Sächsischen Schweiz, die Zingg, wie von ihm zu recht gesagt worden ist, überhaupt erst künstlerisch entdeckt hat."

Porträt des Adrian Zingg (Ausschnitt), geschaffen 1790 von seinem Künstlerfreund Anton Graff (1736-1813) Anton Graff, Selbstporträt 1804

Der Legende nach gelten Adrian Zingg und der mit ihm befreundete sowie ebenfalls in Dresden lebende Schweizer Landsmann Anton Graff (1736-1813) als Schöpfer des Namens "Sächsische Schweiz" für das Elbsandsteingebirge. Bekanntheit erlangte dieser Name aber erst durch die Veröffentlichungen des in Struppen geborenen Pfarrers Wilhelm Lebrecht Götzinger (1758-1818), dem zu Ehren die Götzinger Höhe (Neustadt/Sa.) mit ihrem 25 Meter hohen Aussichtsturm benannt wurde.