Sportstätten in Dresden (1926)

"In wohl noch keinem Jahr hat die Zahl der Gipfelleistungen auf turnerischem und sportlichem Gebiet eine solche Höhe erreicht wie 1926. Das wird im Lager der deutschen Sportler als gutes Omen für 1928 gedeutet, wo sie zum ersten Male nach dem Weltkrieg Gelegenheit bekommen, bei Olympischen Spielen ihr Können mit den Sportgrößen des Auslands unter Beweis zu stellen." (Dresdner Kalender 1927)

Deutschland war von den Spielen in Antwerpen (1920) und Paris (1924) wegen seiner Rolle im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) ausgeschlossen und durfte vom 17. Mai bis zum 12. August 1928 in Amsterdam erstmals wieder mit einer Mannschaft teilnehmen.

Am Vorabend und in Vorbereitung auf die Olympiade in Amsterdam stellte die Stadt Dresden trotz der ihr durch die wirtschaftlichen Verhältnisse eng gezogenen Grenzen für Turnen und Sport erhebliche Finanzen bereit.

Im Dresden des Jahres 1926 "gab es über 123 Schulturnhallen, 10 Vereinsturnhallen und 91 Sportplätze. Außerdem fünf überdachte und drei offene Schwimmbäder, sowie 17 Elbbäder. Für den Wintersport standen 41 offene Kunsteisbahnen, acht Rodel- und Bobbahnen und sogar eine Sprungschanze zu Verfügung. Eine Regattabahn in der Elbe, eine Pferde- und eine Radrennbahn sowie 30 Verbandskegelbahnen vervollständigten das Bild." (Dresdner Kalender 1927)

Radrennbahn Reick (1926) Georg-Arnhold-Bad (1926)

Eines der offenen Schwimmbäder, das nach seinem Stifter Georg Arnhold (1849-1926) so benannte Bad an der Lennestraße, wurde am 27. Mai 1926 durch den Dresdner Stadtbaurat Paul Wolf (1879-1957) übergeben. Der Stifter war Mitinhaber des Bankhauses Gebrüder Arnhold und hatte 75 Prozent der Baukosten übernommen.

Das Bad mit dreiteiligem Schwimmbecken und 10 Meter- Sprungturm wurde nach Entwürfen Paul Wolfs in den Jahren 1923-1926 erbaut. Obwohl Sportbad, stand es jedoch der gesamten Dresdner Bevölkerung zur täglichen Benutzung zur Verfügung.

Im Jahre 1934 durch den NS-Staat in "Güntzwiesenbad" umbenannt, erhielt es 1945 den Namen seines jüdischen Stifters zurück.

Klaus Brendler (Geschichtswerkstatt Dresden-Nordwest)